Gemeinde Wachtberg

Oberton- und A-Capella-Gesang, Flötentöne und Streichersextett auf dem Hofkonzert

Kulturwoche 2008: Hofkonzert Sonnenblumen (Foto: GW) Wachtberg-Kürrighoven – Das 14. Hofkonzert war es, zu dem der Architekt Alfred Schneider in die Kulturscheune seines restaurierten Gudenauer Hofes in Kürrighoven eingeladen hatte. Wie bereits im Vorjahr fand es wieder im Rahmen der diesjährigen 2. Wachtberger Kulturwoche statt.

Ein abwechslungsreiches Programm erwartete das zahlreich erschienene Publikum.

Mit vier Mädchen im Alter von neun Jahren, den „Querflötenmädels", begann der Abend. Sie gaben drei Folk-Melodien zum Besten und führten so vor, was sie in kurzer Zeit als Anfänger bereits gelernt hatten.

Kulturwoche 2008: Hofkonzert Latin Jazz Duo (Foto: GW)
Der nächste Programmpunkt bescherte den Gästen dann etwas eher Ungewöhnliches: Cordelia Loosen-Sarr spielte auf der Altquerflöte und wurde dabei begleitet von Michael Duske mit Obertongesang. Der Ursprung des Obertongesangs, erklärte Schneider in seiner Ankündigung, liege in der Mongolei. So mag bei dem einen oder anderen Zuhörer diese Art der Musik sicher einen sehr exotischen Eindruck hinterlassen haben. In ihrer Ursprünglichkeit und Reduziertheit entwickelte sie eine fast meditative Wirkung. Das Spektrum ihres Könnens bewies Loosen-Sarr anschließend gemeinsam mit dem Gitarristen Uwe Arenz. Als „Latin-Jazz-Duo“ begeisterten sie, nach der akustisch eher unbekannten Obertonmusik, mit drei gut gelaunten Stücken das Publikum. Eine Komposition von Chick Corea und eine brasilianische Weise als Zugabe rundeten den Auftritt ab.

Kulturwoche 2008: Hofkonzert 54u (Foto: GW)Der Gudenauer Hof, so Hausherr Alfred Schneider, begehe mit diesem Hofkonzert zudem seine 600-Jahrfeier. 1408 erstmals erwähnt, sei die Hofanlage jedoch sicher noch älter. Viel jünger waren die fünf Sänger, die Schneider anschließend ankündigte und zu deren Vortrag er die Gäste nach draußen in den Innenhof bat. Das A-Capella-Quintett „54U“ mit Christian Neuendorff, Ansgar Eimann, Fabian Hemmelmann und Heiko von der Mosel präsentierte, in reduzierter Viererbesetzung, den Zuhörern einen Mix aus den Anfängen der Barbershop-Musik. Mit bekannten Melodien wie „What shall we do with the drunken sailor?”, “Mister Sandman“ oder altem deutschen Liedgut wie „In einem kühlen Grunde“ und „Horch, was kommt was von draußen rein!“ begeisterten die Sänger die Zuhörer. Die Überraschung zum Schluss: Die Zugabe „Lollipop“ gaben sie aus einem Seitenfenster im Obergeschoss zum Besten.

Hofkonzert: Zur 600-Jahrfeier des Gudenauer Hofes von Alfred Schneider spielte im Rahmen der 2. Wachtberger Kulturwoche das Bonner Streichersextett. (Foto: GW)Musikalisch in Szene gesetzte Bilder einer Ausstellung von Modest Mussorgsky, vorgetragen vom Bonner Streichersextett, bildeten den abschließenden Höhepunkt des Abends. Die Gäste erlebten hier beinahe eine Premiere: Wenige Wochen zuvor hatte das Streichersextett das Werk in der Fassung für sechs Streicher in der Bonner Oper erstmals aufgeführt. Mussorgskys „Bilder einer Ausstellung“ gab es bisher nur in der Orchesterfassung und für Klavier. Große Klassik im Hofkonzert!

Die Spenden des, wie immer Eintritt-freien Abends wurden dieses Mal nicht für einen karitativen Zweck gesammelt sondern kamen den Künstlern selbst zugute. Schon Tradition: Alfred Schneider überreichte zum Dank wieder jeder Musikerin und jedem Musiker eine Sonnenblume … wobei auch ihm selbst als Organisator ein großes Dankeschön gebührt!

Auch der Künstler Alfred Arnold, dessen Atelier sich in einem Trakt der Hofanlage befindet, hatte seine Werkstatt im Rahmen der Kulturwoche an diesem Wochenende geöffnet und gewährte Interessierten wieder einen Einblick in seine Arbeit. (GW)

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