Gemeinde Wachtberg

Artenschutz im Rhein-Sieg-Kreis, Teil XV: Geschenke mit Fell oder Feder - Es weihnachtet sehr

Rhein-Sieg-Kreis Rhein-Sieg-Kreis (al) – Bei Artenschutz denken viele an den Regenwald und an exotische Tiere. Das ist zwar zutreffend, aber Artenschutz fängt vor der Haustür an. Fast die Hälfte der ca. 76.000 Tier- und Pflanzenarten in Deutschland sind in ihrem Bestand gefährdet. Der Rhein-Sieg-Kreis möchte in loser Folge gefährdete Arten vorstellen und einfache Maßnahmen beschreiben, die jeder umsetzen kann. Im aktuellen Teil der Reihe geht es um kein spezielles Tier, sondern um generelle Hinweise zum herannahenden Fest.

Weihnachten
Alle Jahre wieder spielen sich altbekannte Szenen in zahlreichen Familien ab: „Ich möchte ein Haustier haben“ , und schon werden ein Vogel, ein Hund, eine maunzende Katze oder gar ein Exot auf die Wunschliste zu Weihnachten gesetzt. Dagegen ist auch zunächst einmal überhaupt nichts einzuwenden, lernen die Kinder doch Verantwortung zu übernehmen und sich mit Tieren zu beschäftigen.

Die Experten der Kreisverwaltung bitten jedoch dringend darum, sich bereits im Vorfeld einer solchen Anschaffung über den nötigen Aufwand für Pflege und Haltung zu informieren. Erste Überlegungen müssen sich bereits damit befassen, woher man ein Tier bezieht und wer als Anbieter in Frage kommt. Jeder verantwortungsbewusste und ehrliche Verkäufer hält zum Beispiel Informationen darüber bereit, woher die Tiere stammen. Das sind die so genannten Herkunftsnachweise, die für geschützte Tiere vorgeschrieben sind. Darüber hinaus gibt ein seriöser Ansprechpartner Auskunft darüber, wie ein Tier gehalten werden muss, welcher Aufwand dabei notwendig ist und wie alt und wie groß das Tier der Wahl werden kann. Tiere müssen artgerecht gehalten werden und sind häufig langlebig. Auch im Internet gibt es viele Foren zum Thema Heimtiere oder Exoten, in denen Interessierte sich vorab informieren können.

Häufig unterschätzen künftige Tierbesitzer den Aufwand in der Tierhaltung sowie Langlebigkeit mancher Tiere. Und so passiert es immer wieder, dass Tiere entwischen oder auch von verantwortungslosen Haltern ausgesetzt werden. Rotwangenschildkröten beispielsweise können bis zu 40 Jahre alt werden und haben in den heimischen Tümpeln nichts zu suchen. Darüber hinaus ist das Aussetzen gebietsfremder Tiere verboten! Zum einen überstehen viele Exoten unsere Winter nicht, zum anderen haben sich aber auch einige angepasst, die allerdings eine Gefahr für die heimische Tierwelt oder die Umwelt allgemein darstellen können. Dazu gehören Bisam, Harlekinkäfer, Sonnenbarsche oder Waschbär.

Auch bei der Haltung und Fütterung der Tiere kann unter Umständen die heimische Tierwelt oder aber die Umwelt generell leiden. So brauchen Hunde zum Beispiel genügend Auslauf. Hier muss man allerdings darauf achten, dass das in Naturschutzgebieten zum Beispiel nur bedingt möglich ist - dort herrscht Leinenzwang.

Reste von Vogelfutter zum Beispiel gehören ausschließlich in die Biotonne, da sie häufig auch die kleinen Samen von Ambrosia, einer Allergie auslösenden Pflanze, enthalten. Am Sinnvollsten wäre es, von vorneherein auf ambrosiafreies Futter zu achten.

Generell raten die Rhein-Sieg-Kreis-Experten für Artenschutz, sich genau über die Herkunft, Haltungsbedingen, Größe und Lebenserwartung des bevorzugten Tieres zu informieren, bevor es tatsächlich angeschafft wird.

Ferner sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, sofern das Tier irgendwann nicht mehr im Haus gehalten werden kann, einen legalen Weg zu wählen, es weiterzugeben. Es gibt genügend Möglichkeiten - Aussetzen in der freien Landschaft ist keine Lösung!

Ansonsten wünschen die Experten der Kreisverwaltung viel Freude an dem neuen „Familienmitglied“. Weitere Fragen beantworten sie selbstverständlich gerne am Umwelttelefon der Kreisverwaltung in Siegburg 02241-13 22 00. Alle Artikel der Serie und weitere Informationen gibt es auch im Internet auf www.rhein-sieg-kreis.de  . (RSK)