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Krimi-Lesung mit Herbert Reichelt am 8. März in der Marktscheune

Lesung Herbert Reichelt (Plakat) Wachtberg-Berkum - Schon im dritten Jahr lasen und lesen auf Einladung des Büchereiverbundes Wachtberg zahlreiche Autorinnen und Autoren aus Wachtberg und der Region im Ließemer „Kulturzentrum Köllenhof“ aus ihren jeweiligen Büchern vor. Im vorliegenden „Kriminalfall Reichelt“ verlagert der Büchereiverbund jedoch den „Tatort“ und lädt am Dienstag, 08. März 2016,19.30 Uhr in die „Marktscheune“ in Berkum ein.

Wichtig: Wegen der beschränkten Platzzahl wird um Reservierung in der „Marktscheune“ gebeten: 0228–55099210. Bei einem Eintritt von 5 Euro bietet die Gastronomie der „Marktscheune“ ein Getränk nach Wahl an, im Preis inbegriffen.



Der Berkumer Krimiautor Herbert Reichelt stellt in diesem wunderbaren Ambiente erstmals seinen Debut-Roman „Bochumer Mörderwoche“ einem sicher interessierten und gespannten Publikum vor. Und der Titel des Romans gibt bereits eines preis: Die gesamte Story spielt sich tatsächlich im Rahmen einer einzigen Kalenderwoche ab, und sie wird auch chronologisch entlang der sieben Wochentage und in enorm hohem Tempo und äußerst spannend erzählt.
Alles beginnt mit einem Mord im Villenviertel von Bochum-Stiepel. Das bestialische Verbrechen bildet den Auftakt für eine wahrlich mörderische Woche, die Hauptkommissar Jan Kolosky gemeinsam mit seiner selbstbewussten Kollegin Martina Rendeck und dem Team der Bochumer Mordkommission durchlebt. Der Leiter eines Forschungsteams beim ortsansässigen Pharma-Unternehmen Chenotrans, Dr. Markus Weindorf, ist in seinem eigenen Wohnhaus hingerichtet worden. Noch bei lebendigem Leib wurde ihm seine rechte Hand abgeschlagen. Die ersten Spuren führen Jan Kolosky und Martina Rendeck in die Niederungen des deutschen Gesundheitswesens. Sie machen Bekanntschaft mit korrupten Pharmamanagern, kriminellen Psychiatern, aber auch mit arglosen Hochschulprofessoren, die den Verbrechern ungewollt ihren Weg bereiten. Immer wieder kommen die Ermittler zu spät.

​Fünf Leichen pflastern im Laufe der Story die Wege von Kolosky und Rendeck, die ohnehin schon ihre liebe Mühe miteinander haben. Worum es bei dem Mord an Markus Weindorf in Bochum und den weiteren Verbrechen, die zu Schauplätzen in Troisdorf, Koblenz und Ludwigshafen führen, wirklich geht, bleibt lange im Dunkeln. Puzzlestein für Puzzlestein müssen die beiden Kommissare zusammenfügen, um endlich den Hintergründen der Mordserie auf die Spur zu kommen …

(Herbert Reichelt: „Bochumer Mörderwoche“, cmz-Verlag, Rheinbach, ISBN: 978-3-87062-165-0, 12,95 Euro)

Interview mit Herbert Reichelt

Auf Einladung des Wachtberger Büchereiverbundes liest der Berkumer Krimiautor Herbert Reichelt aus seinem Debutroman „Bochumer Mörderwoche“ am 8. März um 19.30 Uhr in der „Marktscheune“ zu Berkum. Das Interview führte Dieter Dresen, Leiter des Büchereiverbundes Wachtberg.

Dieter Dresen: Hand auf’s Herz, Herr Reichelt! Bereitet es einem bisher wohl unbescholtenen, promovierten Akademiker nicht eine clamheimliche Freude, unliebsame Mitmenschen auf subtile, aber auch brutalste Weise ins Jenseits zu befördern? Fiktiv, versteht sich.

Herbert Reichelt (lacht): Ganz ehrlich: Nein, Herr Dresen. Ich habe ja mit dem Krimi-Schreiben erst angefangen, als ich im Ruhestand angekommen war. Ich war also bereits altersmilde. Die unliebsamen Menschen, die ich in meinem Berufsleben früher vielleicht auf den Mond gewünscht habe, bleiben deshalb allesamt verschont. Der Krimi ist reine Fiktion. Alle Personen sind frei erfunden.

D.D.: Was war das für ein Gefühl, als Sie erstmals ein gedrucktes Exemplar Ihres Debutromans in den Händen hielten? Erinnern Sie sich noch?

H.R.: Das war ein sehr schönes Gefühl, und natürlich war ich auch schlicht froh, dass ich den Krimi tatsächlich erfolgreich fertiggestellt hatte. Auch wenn ich früher zahlreiche wissenschaftliche Bücher und Aufsätze oder auch gesundheitspolitische Artikel verfasst habe, ist der Einstieg in die Belletristik doch etwas Besonderes.

D.D.: Wie sind Sie auf die höchst brisante Thematik, Machenschaften der Pharmaindustrie bei der Krebsforschung, gestoßen?

H.R.: Ich wollte für meinen ersten Roman gern eine Thematik aufgreifen, in der mich auch ohne allzu weitreichende Recherche einigermaßen sicher fühlen konnte. Deshalb habe ich von Beginn an das Gesundheitswesen im Auge gehabt. Die vermeintliche Arbeitserleichterung war allerdings eine Illusion. Ich musste schnell einsehen: Ohne Recherche geht es auch bei vermeintlich sehr vertrauten Themenkomplexen nicht.

D.D.: Am Anfang war ja ein weißes Blatt Papier. Wie haben Sie die Figuren, die Charaktere Ihrer wichtigsten Protagonisten entworfen?

H.R.: In den einschlägigen Ratgebern für Schreiber-Neulinge ist ja oft zu lesen, dass man die zentralen Figuren des Romans erst vollständig beschrieben haben sollte, ehe man sich der Handlung des Romans zuwendet. Diesen klugen Ratschlag habe ich nicht befolgt. Deshalb gab es auch immer wieder Passagen, die ich später nachbearbeiten musste, um die Romanfiguren konsistent und über das gesamte Geschehen hinweg glaubwürdig erscheinen zu lassen. Ich habe die Figuren also erst während des Schreibens entwickelt. Beim nächsten Mal werde ich lieber auf die Ratgeber hören, denn im Nachhinein glaube auch ich, dass es der bessere Weg ist, im ersten Schritt die Romanfiguren vollständig zu entwickeln.

D.D.: Der Spannungsbogen zwischen den Morden und ihrer Aufklärung entwickelt sich innerhalb einer einzigen Woche, siehe Titel. Stand dieser Kunstgriff schon am Anfang des Schreibens fest?

H.R.: Ja, Herr Dresen, das stand von Beginn an fest – wie auch andere dramaturgische Stilmittel, etwa die Gedichte, mit denen die Taten angekündigt werden oder die eingestreuten Monologe aus der Täterperspektive.

D.D.: Ihr Krimi spielt in Bochum, aber auch hier in der Nähe im Rheinland. Lokale und regionale Krimis sind ja schon seit langem en vogue. Weshalb sollte man in einer gut sortierten Buchhandlung gerade zu Ihrer „Bochumer Mörderwoche“ greifen?

H.R.: Auch wenn der Krimi zu großen Teilen in Bochum spielt, handelt es sich nicht um einen „Regionalkrimi“. Die eigentliche Kulisse des Romans sind die pharmazeutische Industrie und Forschung. Und diese Kulisse bietet hinreichenden Stoff für spannende Unterhaltung. Deshalb freut es mich auch sehr, dass in allen bisherigen Rückmeldungen von Lesern ganz ausdrücklich die enorme Spannung meines Krimis betont wurde.

D.D.: Letzte Frage: Sympathisieren Sie innerlich mit einer Ihrer Figuren, oder spiegeln sich gar eigene Charaktereigenschaften oder Vorlieben in ihr wider?

H.R.: Wenn man einen Roman schreibt, kann es gar nicht ausbleiben, dass man auch eigene Erfahrungen und Charakterzüge mitverarbeitet. Mit dem ermittelnden Hauptkommissar Kolosky verbindet mich also schon ein wenig. Aber von einer Autobiographie ist der Krimi dennoch weit entfernt.

D.D.: Allerletzte Frage: Sind weitere Morde „in der Mache“?

H.R.: Ja, ich arbeite bereits an dem Plot für einen zweiten Krimi. Aber ganz aktuell bereite ich gerade die Veröffentlichung meines zweiten Gedichtbandes vor, der noch in diesem Frühjahr erscheinen wird und der mich deshalb zur Zeit auch in Atem hält.

D.D.: Herr Reichelt, danke für das Gespräch. Wir freuen uns auf eine sicher spannende Lesung in dem doch so entspannenden Ambiente der „Marktscheune“!

H.R.: Ich bedanke mich ebenfalls. Und auch ich freue mich auf die Lesung in der „Marktscheune“ und bin – wie es sich bei einer Premiere gehört – natürlich sehr gespannt darauf.
 

Herbert Reichelt – zur Person

Der promovierte Sozialwissenschaftler lebt seit 1986 in der Region (zunächst viele Jahre in Bonn-Mehlem, seit 2012 in Wachtberg-Berkum). Geboren wurde er 1951 in Herne und ist dort im Ruhrgebiet auch aufgewachsen. Nach dem Studium der Sozialwissenschaften und der Mitarbeit in einigen Forschungsprojekten an der Bochumer Ruhr-Universität, war er ab 1983 in verschiedenen Funktionen für das Wissenschaftliche Institut der AOK und den AOK-Bundesverband tätig, zuletzt als Vorstandsvorsitzender. Erst im Ruhestand hat Herbert Reichelt hinreichend Zeit für die Schriftstellerei gefunden. Dabei stehen Krimis und komische Lyrik im Vordergrund. Im Herbst 2015 erschien sein erster Kriminalroman („Bochumer Mörderwoche“, cmz-Verlag, Rheinbach); zuvor ein Lyrikband („Gedanken verloren“); ein zweiter Lyrikband wird im Frühjahr dieses Jahres im Bonner Kid-Verlag veröffentlicht („Pfleimenbäume und andere Gedichte“); weitere Veröffentlichungen von Kurzkrimis und Gedichten in Anthologien und Periodika ( mehr Infos unter: www.herbert-reichelt.de ).