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Ausbildung zur Obstbaumwartin/zum Obstbaumwart: Machen Sie mit!

RSK: Ausbildung zum Obstbaumwart. (Foto: RSK) Rhein-Sieg-Kreis (ar) – Der Rhein-Sieg-Kreis ist von Boden und Klima her ideal für den Obstanbau. Auch heute noch prägen alte Streuobstwiesen vielerorts die Landschaft. Jedoch sind viele Bestände überaltert, schlecht gepflegt und es fehlen neue Nachpflanzungen. Das chance7-Projektbüro des Rhein-Sieg-Kreises sucht daher engagierte Bürgerinnen und Bürger aus den Kommunen des Rhein-Sieg-Kreises, die Spaß und Interesse am Erhalt und der Pflege der traditionellen Streuobstwiesen haben.

Die Obstbaumwarte sollen zu Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern für Fragen rund ums Streuobst im Rhein-Sieg-Kreis werden, Obstbäume beschneiden, Streuobstwiesen neu anlegen, Obstwiesenbesitzerinnen und Obstwiesenbesitzer beraten und Führungen anbieten. Obstbaumwartin bzw. Obstbaumwart kann jeder werden, der Interesse und Spaß am Erhalt und der Pflege der traditionellen Streuobstwiesen hat. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, allerdings sollte man auf Leitern steigen können. Die Teilnahme an dem Kurs ist kostenfrei! Nach abgeschlossener Ausbildung sollte man jedoch für eine gewisse Anzahl von Beratungsgesprächen zur Verfügung stehen und/oder den Schnitt ungepflegter Bäume ehrenamtlich übernehmen.

Die Ausbildung selbst beginnt im Herbst 2017, dauert bis zum Sommer 2018 und umfasst insgesamt 65 Stunden. Sie ist ganz klassisch aufgeteilt in einen theoretischen und einen fachpraktischen Teil. Grundlagen zur Landschaftsökologie, der Baumphysiologie und rechtlichen Aspekte werden genauso vermittelt wie der fachgerechte Schnitt von jungen und alten Obstbäumen, die Veredlung/Pfropfung von Obstgehölzen und die Sortenkunde. Die Themen Ernte und Vermarktung von Produkten sowie Planung und die Anlage von Streuobstwiesen runden die Inhalte ab.

Die Ausbildung wird von dem bundesgeförderten Naturschutzgroßprojekt Chance 7 des Rhein-Sieg-Kreises aufgrund der hohen Nachfrage bereits zum zweiten Mal angeboten. Kooperationspartner ist die Biologische Station im Rhein-Sieg-Kreis e.V..

Interessierte können sich im chance7 Projektbüro des Rhein-Sieg-Kreises bei Ralf Badtke melden und informieren: Tel.: 02241-132360; ralf.badtke@rhein-sieg-kreis.de .

Hinweis:
Obstwiesenbesitzer
, die im Sommer gerne die Beratung eines Obstbaumwartes in Anspruch nehmen wollen, können sich bei chance7 oder der Biologischen Station in Eitorf erkundigen. (www.chance7.org ; www.biostation-rhein-sieg.de ).


Streuobstwiesen aus hochstämmigen Obstbäumen prägen in vielen Regionen seit Jahrhunderten das Landschaftsbild. Hier finden sich hunderte verschiedener Obstsorten mit sehr unterschiedlichem Geschmack, Verwendungs- oder Anbaueigenschaften. Viele alte Apfelsorten werden z.B. auch von Apfelallergikern vertragen. In der zweiten Hälfte des 20. Jh. nahm die wirtschaftliche Bedeutung der Streuobstwiesen zugunsten von Obstplantagen immer mehr ab. Zum Teil wurden sogar Rodungsprämien zur Fällung von Streuobstwiesen gezahlt.

Der Rhein-Sieg-Kreis ist gemäß einer landesweiten Zählung aber immer noch der streuobstreichste Landkreis in ganz NRW. Viele Bestände sind jedoch mittlerweile stark überaltert und werden ohne weitere Pflege mittelfristig verschwinden. Um die Obstsortenvielfalt, eine abwechslungsreiche Landschaft und die Streuobstwiesen als Lebensraum für viele seltene Tiere zu erhalten, möchte Chance7 gemeinsam mit diversen Kooperationspartnern dem Rückgang der Streuobstwiesen ein Stück weit entgegensteuern.

Weitere Infos zu Fördermöglichkeiten für die Anlage von Obstwiesen und Infos zur Obstbaumwartausbildung finden Sie unter: www.chance7.org .