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Pecher Winterakademie

Heimatverein Pech ( Wachtberg-Pech - Auch im ersten Quartal 2019 bietet die Pecher Winterakademie ein thematisch vielseitiges Vortragsprogramm. Es spannt einen weiten Bogen.

Zum Auftakt des Jubiläums „50 Jahre Gemeinde Wachtberg“ gibt es einen Rückblick auf die Entwicklung unserer Gemeinde seit 1969. Im Blick auf Gegenwart und Zukunft thematisieren wir sodann das Spannungsfeld zwischen Pflanzenschutz und nachhaltiger Pflanzenproduktion. Und vor dem Hintergrund der Debatte über Migration und Integration widmen wir uns der Frage, ob es eine „deutsche Leitkultur“ gibt und – wenn ja – worin sie bestehen könnte.

Alle Veranstaltungen finden in der Evangelischen Gnadenkirche Am Langenacker statt und beginnen um 19.30 Uhr.

Mittwoch, 23. Januar 2019: 50 Jahre Wachtberg

Den Auftakt macht die Historikerin Dr. Barbara Hausmanns mit einem Vortrag zum Thema „50 Jahre Wachtberg“. Dr. Hausmanns lebt mit ihrer Familie in Wachtberg am Rande des Kottenforstes. Seit langem beschäftigt sie sich mit Themen der rheinischen Lokalgeschichte, insbesondere auch der Wachtberger Historie. Einige Jahre hat sie für das Archiv der Gemeinde Wachtberg gearbeitet. Seit 2017 leitet sie die Volkshochschule Voreifel. Am 1. August 2019 feiert die Gemeinde Wachtberg ihren 50. Geburtstag. Ältere Pecher werden sich noch daran erinnern, dass in den 1960er-Jahren ihre Postanschrift „532 Pech über Bad Godesberg“ lautete. Dreizehn zum Teil sehr unterschiedliche Ortschaften wurden

1969 zu einer kommunalen Einheit verbunden. Anlässlich dieses Jubiläums blickt Frau Dr. Hausmanns, ausgewiesene Kennerin unserer Gemeindegeschichte, zurück – und auch ein wenig nach vorn: Woher kommen wir? Hat sich ein Gefühl der Zusammengehörigkeit entwickelt? Was hat sich durch den Umzug von Bundestag und Bundesregierung von Bonn nach Berlin für Wachtberg geändert? Vor welchen Herausforderungen steht unsere Gemeinde heute?

Mittwoch, 20. Februar 2019: Pflanzenschutz und nachhaltige Pflanzenproduktion – ein Spannungsfeld

Für das Thema „Pflanzenschutz und nachhaltige Pflanzenproduktion – ein Spannungsfeld“ konnten wir mit Prof. Dr. Bernd Böhmer ebenfalls einen führenden Experten gewinnen. Worum geht es? Laut einer Umfrage schätzten 63% der deutschen Bevölkerung die Risiken durch Pflanzenschutzmittel höher ein als ihren Nutzen. Wie begründet oder unbegründet sind solche Ängste? Eines ist sicher: Die Weltbevölkerung wächst – und mit ihr auch der globale Nahrungsmittelbedarf. Ohne Pflanzenschutz ist diese Herausforderung nicht zu bewältigen. Allerdings setzt das Konzept eines „integrierten Pflanzenschutzes“ auf modernste Methoden für eine nachhaltige Landwirtschaft, die den Flächenverbrauch eindämmt und mit dem Artenschutz vereinbar ist. Böhmer lebt in Bonn. Er leitete bis zu seinem Ruhestand 2015 viele Jahre lang den Pflanzenschutzdienst der Landwirtschaftskammer NRW. In zahlreichen Gremien war er daran beteiligt, innovative und praktikable Lösungen für den Pflanzenschutz zu entwickeln –

mit dem Ziel, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu reduzieren und mehr Nachhaltigkeit im Pflanzenschutz zu erreichen. Die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen ernannte ihn 2005 zum Honorarprofessor; an der RWTH ist er nach wie vor in der Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses tätig.

Mittwoch, 20. März 2019: Gibt es eine deutsche Leitkultur?

Zum Abschluss der Pecher Winterakademie 2019 spricht Michael Mertes über das Thema „Gibt es eine deutsche Leitkultur?“. Der Referent ist Pecher Bürger und von Haus aus Jurist. Nach Tätigkeiten im Bundesdienst, als Journalist und dann im nordrhein-westfälischen Landesdienst war er von 2011 bis 2014 Leiter des Büros der Konrad Adenauer-Stiftung in Jerusalem. Seit Mitte der 1980er Jahre veröffentlicht er Zeitschriftenartikel und Buchbeiträge zu Fragen des interreligiösen Dialogs und der politischen Kultur. Menschen, die nach Deutschland einwandern, müssen sich an das deutsche Recht halten und die deutsche Sprache erlernen. Das sind Selbstverständlichkeiten, die auch für die einheimische Bevölkerung gelten. Der Begriff „Leitkultur“ geht jedoch über diese Selbstverständlichkeiten hinaus. Gibt es jenseits von Rechtsordnung und Sprache kulturelle Normen, die für alle hier lebenden Menschen verbindlich sein müssen, damit wir friedlich zusammenleben können? Der Vortrag nimmt verschiedene Antworten auf diese Frage kritisch unter die Lupe mit dem Ziel, zu einer Versachlichung der Diskussion beizutragen.
 

Zur „Pecher Winterakademie“ des Heimatvereins Pech:
Als überparteiliche, dem Gemeinwohl verpflichtete lokale Organisation veranstaltet der Heimatverein Pech seit 2011 im ersten Quartal jedes Jahres einen Vortragszyklus zu verschiedenen Themen von gesellschaftlicher, kultureller und politischer Bedeutung. Die „Pecher Winterakademie“ wurde von Bundesaußenminister a.D. Hans-Dietrich Genscher, dem 2016 verstorbenen Ehrenpräsidenten des Heimatvereins Pech, in Form einer Talk-Runde mit dem Bonner Journalisten Helmut Herles eröffnet. Der Vortragszyklus erfreut sich regen Zuspruchs; er versteht sich als Angebot an alle Wachtberger Bürgerinnen und Bürger.

(HV Pech)