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Satire zum Kugeln

Dr. Herbert Reichelt (Foto: Privat) Wachtberg (e.r.) - Zum Tod von Dr. Herbert Reichelt.

In Bonns Nachbargemeinde gibt es einige künstlerische Talente. Dies beweisen auch jedes Jahr aufs Neue die an verschiedenen Ortsteilen stattfindenden ‚Wachtberger Kulturwochen‘. Aber es gibt auch Kulturelles, was überregional in Deutschland, Österreich und der deutschsprachigen Schweiz Resonanz findet und damit den Namen Wachtberg über die Grenzen des Rheinlands hinaus trägt.

Dazu zählt der Literaturpreis für komische Lyrik: Die „Wachtberger Kugel“. Erfinder, Ideengeber und unermüdlicher Organisator dieses Wettbewerbs satirischer Literatur war Dr. Herbert Reichelt, der vergangene Woche verstarb.

Der aus dem Ruhrgebiet stammende Reichelt startete nach eigener, nicht ganz ernst gemeinter Aussage seine literarische Karriere schon früh. Sein erstes Nonsens-Gedicht mit dem Titel »Blauer Baum« wurde im Deutschunterricht zum Gegenstand tiefgreifender literaturkritischer Aufarbeitung. Er hatte den völlig sinnfreien Vers seinem Deutschlehrer unter einem Pseudonym als expressionistisches Fundstück untergejubelt und wunderte sich über die Interpretationen und Analysen dazu.

Seine Tätigkeit als Autor startete Reichelt aber erst vor wenigen Jahren. Von 2014 bis 2018 entstanden Lyrikbände mit überwiegend komischen Gedichten, erschienen im Bonner kid-Verlag. Reichelt veröffentlichte auch einen Kriminalroman mit dem Titel »Bochumer Mörderwoche« sowie eine Reihe von Kurzgeschichten.
 

Literaturpreis-Start in 2017

Den Wettbewerb zu  komischer Lyrik mit dem Namen »Wachtberger Kugel« benannten Reichelt und sein Mitstreiter Dieter Dresen vom Wachtberger Büchereiverbund nach dem Wachtberger Wahrzeichen, dem weltgrößten kugelförmigen Radom, einer weithin sichtbaren Radaranlage.

Nach den ersten drei Ausschreibungen für die Jahre 2017, 2018 und 2019 war der neue Wettbewerb mit der geplanten Preisverleihung im Januar 2020 schon gestartet. Bedingt durch Reichelts Tod wurde der jetzt vom Wettbewerbsträger, dem Verein „DiWa – Dichtung in Wachtberg e.V.“ aus organisatorischen Gründen ausgesetzt.