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Tag des Geotops am 15. September

Tag des Geotops am 15.9.2019 Wachtberg – In Wachtberg laden am Sonntag, 15. September 2019, dem bundesweiten Tag des Geotops, Dipl.-Geologe Dr. Sven Oliver Franz (Wachtberg) und Dipl.-Geologe Dr. Stefan Thomas (Bonn) Interessierte zu einer etwa anderthalbstündigen Exkursion durch die auf Wachtberger Gemeindefläche liegende Kaolingrube Oedingen ein.

Beginn ist um 10.00 Uhr (1. Führung) und um 14.00 Uhr (2. Führung).
Anfahrt, Treffpunkt und Parkmöglichheit: Von der Wachtbergstraße am südlichen Ortseingang von Oedingen in Höhe der Einfahrt zum Dorfgemeinschaftshaus / Sportplatz nach Nordosten in den asphaltierten Wirtschaftsweg einbiegen, der Treffpunkt findet sich nach circa. 380 Metern (ist gekennzeichnet). Von dort sind es noch circa 400 Meter Fußweg bis zur Tongrube.

Bitte geeignetes Schuhwerk anziehen: Die Tongrube ist je nach Witterung matschig oder staubig.

Die Kaolingrube in Oedingen bietet einen sehr guten Einblick in das stark verwitterte Grundgebirge des Rheinischen Schiefergebirges. Bei den Gesteinen des Grundgebirges handelt es sich um Sand-, Silt- und Tonsteine, die vor etwa 410 Millionen Jahren in einem Flachmeer in der Nähe zur Küste abgelagerten wurden. Das zugehörige Meeresbecken wurde im Rahmen der variszischen Gebirgsbildung im Karbon vor circa 320 Millionen Jahren zusammengeschoben, gefaltet und herausgehoben. Zudem wurde das Gestein durch die Hebung zerbrochen, so dass sich in den Zwischenräumen Quarzgänge und -adern ausscheiden konnten. Über viele Millionen Jahre wurde dieses neu entstandene Gebirge abgetragen, so dass nur ein Rumpfgebirge übrig blieb. Unter tropischen und subtropischen Klimabedingungen kam es in Jura- und Kreidezeit (vor 201- 66 Mio. Jahren) zu tiefreichender Verwitterung des Rumpfgebirges. Dies setzte sich auch im Tertiär (vor 66 - 2,5 Mio. Jahren) fort. Dabei wurden die Gesteine weiß verwittert und in Tone (u.a. in Kaolinit) umgewandelt. Diese Verwitterungsprodukte wurden erodiert und in kleinen Becken und Gräben wieder abgelagert. Sie bilden heute Tonlagerstätten und können z.B. in den Tongruben von Adendorf und Witterschlick betrachtet werden.

In der Kaolingrube Oedingen wurde vor circa 75 Jahren mit dem Abbau begonnen. Der Kaolin, auch Porzellanerde genannt, dient zur Herstellung von Feinkeramik, als Papierfüllstoff und -beschichtung sowie für viele weitere Anwendungen. Mittlerweile wird nur noch zeitweilig abgebaut und demnächst der Abbau komplett eingestellt. Die Grube ist seit 2003 Naturschutzgebiet und fördert u.a. den Erhalt der Gelbbauchunke.

Anmeldung bei Frau Kamradt im Rathaus der Gemeinde Wachtberg, Rathausstraße 34, Telefon 0228/9544-153 oder per Mail an melanie.kamradt@wachtberg.de. Die Teilnehmerzahl ist pro Termin auf 20 Personen begrenzt.