Gemeinde Wachtberg

Reges Interesse am Tag des offenen Denkmals

Kultur in Wachtberg Der diesjährige Tag des Denkmals am 09. September widmete sich „Orten der Einkehr und des Gebetes“ und führte zu historischen Sakralbauten. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger nahmen am Programm dieses besonderen Tages teil.

Gut besucht präsentierte sich die Jakobus-Kapelle in Wachtberg-Werthhoven anlässlich der Kapellenführung durch Frank Hüllen, dem Tag des Denkmals. Während seines halbstündigen Vortrages erläuterte Hüllen den interessierten Zuhörern die Geschichte und Ausstattung des kleinen Gotteshauses, dessen Baugeschichte bisher nicht endgültig erforscht wurde. Der Vorgängerbau der jetzigen Kapelle wird erstmals am 4. Juni 898 erwähnt, als König Zwentibold sein Reges Interesse am Tag des offenen DenkmalsHofgut in „Pissunhem“ an das Stift zu Essen verschenkte. Die Kapelle ist im Wesentlichen in ihrer mittelalterlichen Gestalt erhalten geblieben, da sich mehrere Umbaupläne zerschlugen und auch im zweiten Weltkrieg nur eine geringfügige Beschädigung entstand. Zurzeit ist geplant, den barocken Altar zu restaurieren; Spenden hierfür nimmt die Kirchengemeinde dankbar entgegen.

Groß war der Andrang in der Katholischen Pfarrkirche in Wachtberg-Villip, als die Historikerin Barbara Hausmanns nicht nur den Kirchenbau und seine Ausstattung erläuterte, sondern auch die Funktion der „Kirche im Dorf“ umriss, die an dieser Stelle seit über 1200 Jahren für die Menschen eine zentrale Stätte gemeinschaftlichen religiösen Lebens ist. Für das 9. Jahrhundert, dem Zeitpunkt der erstmaligen Erwähnung der Kirche ist gesichert, dass neben dem Vorläuferbau der heutigen Pfarrkirche ein Herrenhof existierte, für den 28 zinspflichtige Villiper mit ihren Familien schwer arbeiteten. Auch wenn die heutige Kirche sehr einheitlich wirkt, ist sie eine Mischung aus verschiedenen Jahrhunderten mit einem spätgotischen Chor aus dem 15. Jahrhundert und einer das Langhaus und den Turm betreffenden Um- und Ausgestaltung im 17. und 18. Jahrhundert.

Besucher des Vortrages steuerten ihrerseits Informationen über Begebenheiten rund um den Taufstein und die „stämmije Madam“ bei, eine Mariendarstellung aus dem Altar, die den schriftlichen Quellen zufolge irgendwann abhanden gekommen war.

Benedikt Haentjes, Leiter der Musikschule, gab vor und nach dem Vortrag mit je zwei Orgelstücken eine schöne Kostprobe auf der vorhandenen Klais-Orgel.

Vergleichsweise besser dokumentiert ist die Geschichte der Nepomuk-Kapelle in Wachtberg-Holzem, volkstümlich nach dem Stifter auch Raaff-Kapelle genannt. Hier standen das spannende Leben des Anton Raaff, Startenor des 18. Jahrhunderts mit Engagements an den bedeutendsten europäischen Höfen und Mozart-Freund und Förderer, sowie die Bau und Ausstattungsgeschichte der kleinen Kirche im Mittelpunkt des ebenfalls sehr gut besuchten Vortrages von Barbara Hausmanns.

Die Gemeinde Wachtberg dankt den Akteuren, besonders Frau Barbara Hausmanns und Herrn Frank Hüllen, und allen freiwilligen Helfern, ohne deren ehrenamtliches Engagement das Programm zum Tag des offenen Denkmals nicht durchzuführen gewesen wäre.