Gemeinde Wachtberg

Wanderung des Eifelvereins zur 1. Wachtberger Kulturwoche

Kultur in Wachtberg "Anton Raaff - aus Holzem stammender Sänger mit europäischer Geltung". / Eine kleine Gruppe wanderte am Sonntagnachmittag, dem 2. September, durchs Ländchen, und zwar auf den Spuren des vor 210 Jahren verstorbenen berühmten Tenors Anton Raaff.

Der Eifelverein hatte zu dieser Wanderung eingeladen und Wanderführer Hans-Jürgen Döring bemühte sich, etwas von der großen Sängerpersönlichkeit deutlich werden zu lassen. Ausgehend vom Raaff-Gedenkstein am Rathaus f46 Kulturwoche-raaff-kapelleührte der Weg vorbei an Burg Odenhausen nach Holzem und von dort zur Burg Gudenau in Villip. Der 1714 geborene Raaff war hier von 1733 bis 1736 Hofmeister, wodurch er über seinen Dienstherrn Freiherr Walbort von Bassenheim Zugang zum Kurfürstlichen Hof des Clemens-August hatte.

Ausbildung in Bologna, einige Jahre später wieder Tätigkeit am Kurfürstlichen Hof in Bonn, danach aber eine für damalige Begriffe Weltkarriere, die den Sänger nach Lissabon, Madrid, Rom, Neapel, Paris, Mannheim und München führte, um nur einige seiner Stationen aufzuführen.

Den "rheinischen Caruso" nannte ihn einst Konrad Beikircher und traf damit - was Qualität und Popularität anbetraf - den Nagel auf den Kopf.

Die Führung aber bewegte sich im heimatlichen Umfeld des Sängers, der seinen Kontakt zu seinem Heimatort Holzem nie verloren hat, hier 1744 die Nepomuk-Kapelle stiftete und dem elterlichen Krahnhof durch zahlreiche Besuche verbunden blieb. Die Gruppe lernte Gebäude, Wegekreuze, Wegeverbindungen und natürlich die dem heiligen Nepomuk gewidmete Kapelle in Holzem kennen.

Nach rund vier Stunden Wanderzeit gab es wieder einige Kulturinteressierte mehr, die etwas über den größten Sohn Wachtbergs und seine Einordnung in die Musikwelt des 18. Jahrhunderts, die in der Zusammenarbeit mit dem jungen Mozart gipfelte, erfahren hatten.

H.-J. Döring