Gemeinde Wachtberg

Wanderung am Tag des Denkmals in Wachtberg

Kultur in Wachtberg Sieben Stunden lang auf Schusters Rappen – Wanderung des Vereins Kunst und Kultur. / Sinnvollerweise hatte die Gemeinde den Denkmaltag, der bundesweit einmal im Jahr begangen wird, am 09.09.2007 in die Wachtberger Kulturwoche als letzten Veranstaltungstag mit eingebunden.

Der Verein Kunst & Kultur in Wachtberg, beteiligte sich an einem Teil der Gestaltung dieses Denkmaltages und lud zu einer Wanderung zu „Stätten der inneren Einkehr“, so das bundesweite Thema, ein. Vereinsvorsitzender und Wanderführer Hans-Jürgen Döring konnte am Rathaus rund dreißig Interessenten Tag des Denkmals in Wachtberg begrüßen. Er machte eingangs deutlich, dass es sicher schön sei, einmal Kirchen und Kapellen in den Mittelpunkt der denkmalschützerischen Betrachtungen zu stellen, da aber der Denkmaltag dazu da sei, Verständnis für Denkmäler und ihre Besonderheiten zu wecken, wollte er, durchaus zum Thema passend, auch gefährdete Objekte in die Betrachtungen der anstehenden Wanderung mit einbinden – nämlich die Wegekreuze, von denen es in Wachtberg rund 45 gebe. Diese Kleindenkmäler seien permanent durch Unachtsamkeit im Verkehr, nicht zuletzt auch durch Kunstraub gefährdet und das Bewusstsein für den Denkmalwert dieser Objekte müsse weiter gefördert werden.

Das Ehrenmal am Wachtberg, sicher keine kirchliche Einrichtung, war der erste Haltepunkt. Als Stätte innerer Einkehr aber gerade in Wachtberg besonders wichtig, so dass das Objekt Nr. 20 der Denkmalliste der Gemeinde Wachtberg an den Anfang gestellt wurde.

Paul Giersberg stellte hier kenntnisreich und umfassend den Werdegang des Ehrenmals, seine Bedeutung für die Gemeinde, aber auch die tätigen Künstler vor. Schließlich haben der Kölner Architekt Parantzky und der Bildhauer Barutzky wesentlich dazu beigetragen, dem Ehrenmal eine besondere künstlerische Qualität zu verleihen und es damit für die Denkmalliste zu prädestinieren.

Nächster Punkt war die Nepomuk-Kapelle in Holzem, wo Wanderführer Döring nicht nur die Baugeschichte erläuterte, sondern auch auf die Bedeutung des Stifters Anton Raaff einging.

Kurz vor 15 Uhr war die Kirche St. Simon und Judas in Villip erreicht, wo die Besucher neben Erläuterungen zur Baugeschichte und Innenausstattung ein besonderer Tag des Denkmals in WachtbergLeckerbissen erwartete: Der Wachtberger Kirchenmusiker Hans-Peter Glimpf war mit seiner Gattin Teil der Wandergruppe und stellte in der Villiper Kirche einen Teil des Denkmals vor, eine der ersten von Klais erbauten Orgeln. Die Klangbesonderheiten des Instruments, das wohl einer Überholung bedarf, machte er mit seinem gekonnten Spiel deutlich.

Bei dem Parkplatz an der Flemmig ging es weiter nach Gimmersdorf; zuvor wurden die Wanderteilnehmer von Mitgliedern des gastgebenden Vereins mit Kaffee und Kuchen und einem Hochprozentigen beköstigt.

In der Kapelle St. Josef in Gimmersdorf erläuterte Heiner Pilger, Mitglied des Vorstandes des gastgebenden Vereins, die Baugeschichte und Inneneinrichtung.

Gegen 17.30 Uhr erreichte die Gruppe die Kirche Heilige Drei Könige in Oberbachem, wo Pastor Berchem sachkundig und humorvoll auf Baugeschichte und Ausstattungsstücke einging. Hier warteten bereits zahlreiche Gäste auf die Wandergruppe. Sie waren gekommen, um dem Orgelkonzert von Hans-Peter Glimpf zu lauschen, der nicht nur – wie bereits in Villip – die Besonderheiten der wunderschönen, vor etlichen Jahren restaurierten Orgel aus dem Ende des 17. Jahrhunderts vorstellte sondern auch die Möglichkeiten und Klangfarben des Instruments mit einem Konzert, in dem er Kompositionen interpretierte, deutlich machte.

Kunstgenuss benötigt Zeit. Entsprechend verspätet kam die Gruppe bereits in der Dämmerung in der Kirche St. Gereon in Berkum an. Hier erlebte die Gruppe mit dem Vortrag von Dr. Harald Uhl inhaltlich wie rhetorisch den Schlusspunkt der Wanderung, der wohl zu den Höhepunkten des Tages gehörte. Es war kurz vor 20.00 Uhr, als die Wanderteilnehmer ihre Wagen auf dem Parkplatz am Rathaus in Berkum wieder erreichten.

H.-J. Döring